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Radweg Berlin - Usedom :: Etappe 3

Joachimsthal - Parlow - Glambeck - Wolletz - (Blumberger Mühle - Angermünde) - Görlsdorf - Peetzig - Steinhöfel - Stegelitz - Warnitz - Quast - Seehausen (48 km)

Start:

Tourist-Information in Joachimsthal.

Strecke:

Wenn Sie etwas Abwechslung zu all der schönen Landschaft brauchen, dann sollten Sie den Abstecher nach Angermünde in Betracht ziehen. Im Übrigen ist es bis Warnitz am Oberückersee noch ziemlich hügelig, danach sind aber nur noch harmlose Wellen zu absolvieren. Bis Steinhöfel steht erneut ein sehr guter Rollbelag zur Verfügung, dort ist jedoch das Ende der Ausbaustufe erreicht, und die Räder rollen bis Stegelitz auf einem recht holperigen Weg, der nach längeren Regenfällen auch arg matschig sein kann. Bereits vor Warnitz werden dann wieder gute Beläge geboten, so dass Sie die dortige Achterbahn unschwer meistern können.

Ziel:

Dorfstraße in Seehausen.

Downloads:

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für Google Earth

 

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für GPS-Geräte/Kartenprogramme

 

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für die TOP 200 (topografische Karte 1:200.000)

 

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auf der Basis der TOP 200 (topografische Karte 1:200.000), hier im Maßstab 1:150.000

 

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mit Kurzbeschreibung der Strecke sowie Hinweisen zu Orten, Sehenswürdigkeiten und Gastronomie.

Radweg Berlin - Usedom kurz vor Parlow Die Route folgt der vorfahrtberechtigten „Templiner Straße“, und Sie biegen gleich nach einem Bahnübergang rechts ab. Damit rollen die Räder vorübergehend auf Betonplatten, bevor Sie nach dem Ortsende, wenn die Vorfahrt nach rechts schwenkt, die Reise geradeaus auf dem guten Asphalt einer Nebenstraße fortsetzen. So geht es eine ganze Weile durch den Wald, bevor sich auf freiem Feld eine schöne alte Allee anschließt, die ursprünglich natürlich gepflastert war. Damit Sie aber angenehm pedalieren können, wurden rechts und links Streifen asphaltiert und nur in der Mitte das Pflaster erhalten – eine eigenwillige, aber für die Velotouristen sehr wohltuende und zudem ansehnliche Lösung.

Dieser Belag leitet auch sicher durch Parlow, und Sie kommen mit Rechts-/Linksschwenk an der Kirche vorbei, bevor es kurz darauf rechts geht. Hernach rollen die Räder wieder auf einspurigem Asphalt, und wenn Sie bald ordentlich an Höhe verlieren, passieren Sie einen Rastplatz nebst Aussichtsturm, von dem aus Sie die schöne Niederung bewundern können. Danach führt die Route in den Wald, bevor Sie die ersten Häuser von Glambeck erreichen und auf eine Vorfahrtstraße stoßen, die links in die Ortsmitte zum Parkplatz beim Taubenturm leitet.

Taubenturm in Glambeck Für Glambeck, 61 m ü.N.N., gilt uneingeschränkt: Klein, aber oho! Klein, weil man zusammen mit Parlow auf gerade einmal 176 Einwohner kommt – zusammen mit Parlow übrigens, weil beide zusammen einen Ortsteil von Friedrichswalde bilden. Oho, weil man bei einem solch kleinen Ort nicht unbedingt erwartet, dass mit nicht unerheblichem Aufwand ein Taubenturm saniert und als Ausstellungsraum hergerichtet wird. Der Turm soll einst übrigens inmitten eines Gutshofs gestanden haben, von dem heutzutage aber nur sehr wenig zu sehen ist, da ein Großteil der Gebäude abgetragen wurde. Immerhin mag es die Phantasie anregen, wenn man vor Ort auf der großen Freifläche steht.

Hinweis auf die Radfahrerkirche in Glambeck Wenn Sie die Fahrt fortsetzen (s.u.), kommen Sie alsbald zur nächsten Besonderheit von Glambeck: Der Radfahrer-Kirche. Ja, Sie haben richtig gelesen, eine Kirche für unsereins. Gut, das Gotteshaus ist nicht sonderlich groß, ja, sogar eher ziemlich klein, aber erstens ist Glambeck auch ein kleiner Ort und zweitens stellen die Radfahrer ja auch immer noch eine Minderheit der Verkehrsteilnehmer dar, weshalb wir uns – noch (!) wohlgemerkt – mit kleinen Kirchen zufrieden geben müssen. Aber im Ernst: Auch wenn Sie zu den Ungläubigen zählen, verdient die Kirche einen Blick; denn sie ist eine typische 'Arme-Leute-Kirche', Kirche in Glambecknicht nur ohne Turm, sondern auch aus schlichten, heimischen Materialien und ohne aufwändigen Zierrat. Und wenn man bedenkt, dass sie schon dreihundert Jahre auf dem Buckel hat, fragt man sich, wie sie sich so gut halten konnte. Nun, das verdankt sie dem 'Denkmale Glambeck e.V.', der 1999 mit Fördermitteln und ABM-Kräften die Kirche sanierte, die übrigens seit 1980 wegen Baufälligkeit gesperrt (und von Efeu – sogar im Innern – erobert worden) war.

Die Kirche dient heutzutage übrigens auch als Veranstaltungsort der Glambecker Konzertreihe. In der Regel einmal, manchmal auch zweimal im Monat kommen professionelle Musiker in den kleinen Ort – ich sage ja, klein, aber oho! Das Programm sowie weitere Informationen finden Sie auf der Website des Vereins Denkmale Glambeck -> www.glambeck-schorfheide.de.

Und vor Ort können Sie sich gleich neben der Kirche informieren, jedenfalls fr-di 11-18 h; denn dort hat man in der Kirchenklause einen Radler-Point eingerichtet – was es alles gibt!

Glambeck, Radweg Berlin - Usedom Radler-Point in der Kirchenklause, Wolletzer Weg 1, 16247 Friedrichswalde - Glambeck, Fon 0160 / 9298 2072, E-Mail info@Glambeck-Schorfheide.de, Internet www.glambeck-schorfheide.de.

Messstrecke in Glambeck zwecks Eichung des Tachometers Auf der Höhe des Taubenturms halten Sie sich geradeaus, wenn die Vorfahrt nach links schwenkt, und radeln auf Betonsteinpflaster zur Kirchenklause, wo übrigens eine Messstrecke für Fahrradcomputer beginnt; wer seinen Rechner eichen möchte, ist hier also genau richtig. Nach der Radfahrer-Kirche geht es ein wenig abwärts zu einer Autobahnunterführung, wo der gute Rollbelag kurz unterbrochen ist, weshalb Sie das Tempo drosseln sollten. Hernach können Sie aber wieder genüsslich durch den Wald radeln und verlassen dabei auch den Landkreis Barnim. Der weiterhin gute Rollgrund leitet bald zum Wolletzsee, wo Sie geradezu auf eine asphaltierte Straße einbiegen, die schnurstracks entlang des Sees nach Wolletz führt. Kurz vor dem Ort müssen Sie zur Abwechslung kräftig in die Pedale treten, folgen sodann dem Verlauf der betonsteingepflasterten Dorfstraße sanft abwärts und biegen nach einer Linkskurve an dem Abzweig beim Konsum „Waren des täglichen Bedarfs“ – heute Café – rechts ab.

Radweg Berlin - Usedom östlich von Wolletz Manchmal wechseln die Fahrbahnbeläge schneller, als man gucken kann, so z.B. hier: Erst Betonsteinpflaster, dann Betonplatten, schließlich glatter Asphalt. Auf diesem geht es eine Weile durch den Wald, bevor wieder Betonsteinpflaster den Rollgrund bildet, nun allerdings als Spurweg mit Lochmuster in der Mitte – was der Mensch sich so alles ausdenkt.

Nachdem Sie ein einsam gelegenes Gehöft passiert haben, erreichen Sie diverse Teiche und müssen sich an einem Abzweig entscheiden, ob Sie einen Abstecher zum Naturschutzzentrum Blumberger Mühle und nach Angermünde machen wollen:

Exkurs (hin und zurück insgesamt 16 km):

Wenn Sie sich für den Abstecher entscheiden, halten Sie sich geradeaus. Das Betonsteinpflaster geht bald in Schotter über, der zwar ein paar Schlaglöcher aufweist, ansonsten aber gut beradelbar ist. Nach einem weiteren Betonsteinpflasterstück gelangen Sie auf Asphalt und erreichen kurz darauf das

Informationszentrum Blumberger Mühle Informationszentrum Blumberger Mühle des Naturschutzbunds Deutschland (NABU), wobei das Gebäude (Foto: Kds11)nichts mit einer Mühle zu tun hat, sondern einen hohlen Baumstumpf nachahmt – als Sinnbild für die Kreisläufe der Natur; denn 'in der Natur hat nicht nur das Werden und Sein einen Wert, sondern auch das Vergehen als Basis neuen Lebens'. Im Innern informiert der NABU über das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, durch das Sie schon seit dem Oder-Havel-Kanal und noch bis zum Oberückersee radeln.

Idylle an einem Teich der Blumberger Mühle Den Namen 'Blumberger Mühle' verdankt das Zentrum dem Umstand, dass bereits im 13. Jh. Mönche hier eine Mühle betrieben haben sollen, die ab 1707 von einem Müller namens Blumberg betrieben wurde. Ende des 19. Jh. begann man mit der Zucht von Karpfen und Schleien, die nach dem Zweiten Weltkrieg intensiviert wurde, bis man schließlich bei 21 Teichen mit einer Fläche von insgesamt 140 ha angekommen war. Damit der Bürger nicht störte, war das Gebiet bis 1989 als Betriebsgelände und Staatsjagdgebiet (!) gesperrt – haben die wirklich keine anderen Sorgen gehabt? Ach, was soll's, Schnee von gestern. Heutzutage gehört das Gebiet jedenfalls komplett dem NABU, der die Teiche weiter für die Fischzucht nutzt, aber naturverträglich, um die Artenvielfalt der Wasservögel und der Pflanzen zu erhalten. Ziel ist die Entwicklung eines wirtschaftlich tragfähigen Modellbetriebs für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur – klingt doch ganz gut, oder?

Blumberger Mühle, Radweg Berlin - Usedom NABU-Informationszentrum Blumberger Mühle, 16278 Angermünde, Fon 03331 / 26040, E-Mail blumberger-muehle@nabu.de, Internet www.blumberger-muehle.de.

Variante des Radwegs Berlin - Usedom bei der Blumberger Mühle Wer weiter nach Angermünde möchte, kreuzt kurz nach dem Informationszentrum eine Eisenbahnlinie, unterquert nach wenigen Metern eine weitere und folgt einfach der kleinen, zunächst gepflasterten Straße, die aber an den Rändern glatte Betonpflasterstreifen bietet, bis zur Einmündung in eine schwach befahrene Landstraße, die nach Kerkow leitet. Im Ort biegen Sie – mit Radhinweis nach Angermünde – links in die B 198 ab, verlassen Sie aber nach wenigen Metern – noch vor der Kirche linker Hand – nach rechts, um sodann mit einem Links-/Rechtsschwenk auf die Dorfstraße zu gelangen.

Hartgestein in Angermünde Einfach der Straße durch den sich lang hinziehenden Ort folgend schwenken Sie noch vor den letzten Häusern nach halbrechts und erreichen bald darauf die Einmündung in die Landesstraße L 28. Dieser folgen Sie rechts, queren alsbald eine Bahntrasse und zweigen wenige hundert Meter weiter gemäß Radhinweis links ab, um einem glatt asphaltierten Fahrweg zu folgen. Er leitet bald mit vielen Kurven nahe an das Ufer des Mündesees und vorbei an Kleingärten auf die Promenade von Angermünde, wo Sie die Ergebnisse einiger Hartgesteinsymposien (s.u.) bewundern können. Wenn die Promenade links abknickt, halten Sie sich geradeaus und radeln auf Kleinsteinpflaster in die Stadt, wo Sie wenige Meter links/rechts versetzen, um der „Berliner Straße“ zu folgen, bis links die „Rosenstraße“ zur Tourist-Information und zum „Markt“ leitet.

Tourist-Information in Angermünde In Angermünde, 50 m ü.N.N., 13.700 Einw., machte man sich alsbald nach der Wende daran, die Altstadt zu sanieren, die im Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt blieb, und es verwundert einen nicht, wenn man heute durch die Gassen schlendert, dass die Stadt dafür bereits mehrmals – national und international – ausgezeichnet wurde. Da liegt es nahe, dem Velociped mal eine Pause zu gönnen und einen Spaziergang bei der Tourist-Information zu beginnen, die in der nebenstehenden einstigen Ratswaage, späteren Garnisions- und noch späteren Feuerwache zu finden ist und in der Sie informative Prospekte für einen Altstadtrundgang erhalten.

Rathaus in Angermünde Unweit nordöstlich steht auf dem Markt das Rathaus, das mehrfach um- und ausgebaut wurde und das nicht nur der Stadtverwaltung und den Stadtverordneten als Sitz dient, sondern auch für Ausstellungen und Lesungen genutzt wird. Den Platz vor dem Rathaus 'ziert' außer dem Brunnen, der mit verschiedenen Motiven das Leben in der Kleinstadt zeigt, auch ein Prangeresel. Während andernorts Bestrafte öffentlich vorgeführt wurden, indem man sie an einen speziellen Pfahl fesselte oder auf einem Balkon (z.B. des Rathauses) dem Spott und zum Bewerfen mit faulem Obst und Gemüse preisgab, zwang man sie in Angermünde, auf einem Esel Platz zu nehmen, dessen Rücken spitz zu lief und der so hoch war, dass man mit den Beinen den Boden nicht berühren konnte, weshalb das Sitzen zur Qual wurde. Das heutige Exemplar ist aber harmlos – 'der will nur spielen'.

Apropos Bestrafung: Nur ein paar Schritte weiter gen Nordosten steht das einstige Gericht (heute Polizeiwache), und in Angermünde weiß man zu berichten, dass in dem seinerzeit zugehörigen Untersuchungsgefängnis mal ein gewisser 'Friedrich Wilhelm Voigt' festgehalten wurde. Dieser hatte nämlich unter dem Namen 'August von Zander' (so mit von und zu, das macht einfach mehr her) Geldanweisungen postlagernd in mehrere Städte geschickt – herrjemine, Geldanweisung, postlagernd, die Jugend von heute versteht wahrscheinlich nur noch Bahnhof (tja, Pech gehabt, zu spät geboren, würde ich sagen). Sodann suchte er die dortigen Postämter auf, ließ sich die Anweisungen aushändigen, fälschte (sprich: erhöhte) den Auszahlungsbetrag und lebte – vermutlich – in Saus und Braus. Das hätte ewig so weitergehen können, doch verwendete er in Angermünde eine andere Tinte als schon auf der Anweisung war, was der Postbeamte bemerkte und zur Verhaftung führte. Ach so, hätte ich jetzt fast vergessen: 'Friedrich Wilhelm Voigt' dürfte den meisten besser unter dem Titel 'Hauptmann von Köpenick' bekannt sein.

Marienkirche in Angermünde Während es die einen nun zur Marienkirche ziehen wird (vor dem ehemaligen Gericht links, sodann rechts/links versetzen und weiter durch die Kirchgasse), deren immerhin 53 m hohen und recht wehrhaften Turm Sie schon bei der Fahrt in die Stadt bemerkt haben dürften, um dem im 13. Jh. zunächst aus Feldsteinen errichteten, im 15. Jh. mit Backsteinen um- und ausgebauten Gotteshaus den Respekt zu zollen, werden andere lieber an der frischen Luft bleiben und rechts vom Gericht der sich anschließenden Wasserstraße sowie mit kleinem Versatz der Straße namens Seetor zur Promenade am Mündesee folgen, um sich nun im Grunde auch mit Feldsteinen, aber 'etwas' größeren zu beschäftigen.

Hartgestein in Angermünde Ehrlich gesagt sind die meisten sogar erheblich größer; denn gemeint sind Findlinge. Und wie kommen die an die Promenade? Nun, ganz einfach: Der Bildhauer Joachim Karbe und die Stadt Angermünde luden 1991 bis 2008 (insgesamt achtmal) Künstler aus ganz Europa ein, um im 'steinreichen' Norden einer Hinterlassenschaft der Eiszeit die Ehre zu erweisen. Und wie heißt es so schön auf der Website der Stadt: „Jeder der tonnenschweren Steine hat eine eigene Form und Farbe, eine vom Trans- port im Eis gezeichnete und über die Zeit verwitterte 'Haut'. Findlinge sind 'Wanderer' durch Zeit und Raum. Sie haben eine eigene Geschichte.“

Damit ist das Angebot an Sehenswürdigkeiten noch lange nicht erschöpft; Anregungen und Hinweise zu weiteren Baudenkmalen wie z.B. Resten der Stadtmauer, dem Pulverturm, der einstigen Klosterkirche und verschiedenen Wohn- und Geschäftshäusern finden Sie in den Prospekten 'Altstadtrundgang' und 'Historische Altstadt' sowie auf der Website der Stadt und ferner unter www.historischerstadtkern.de. Aber vielleicht möchten Sie sich auch lieber der Literatur zuwenden und das Ehm-Welk- und Heimatmuseum in der Puschkinallee, südwestlich der Altstadt, besuchen oder (nur ein paar Meter weiter) einen Blick in den einzigen Tierpark der Uckermark werfen – langweilig muss es Ihnen in Angermünde jedenfalls nicht werden.

Angermünde, Radweg Berlin - Usedom Touristinformation, Brüderstraße 20, 16278 Angermünde, Fon 03331 / 297660, Fax 03331 / 297661, E-Mail info@angermuende-tourismus.de, Internet www.angermuende-tourismus.de.

Ende des Exkurses.

Nach dem Abstecher geht es zurück zum Abzweig bei den Blumberger Teichen und dort schnurstracks auf Betonsteinpflaster (mit Lochstreifen in der Mitte) nach Norden. Damit verläuft die Route zwischen den Teichen, und mit ein bisschen Glück bekommen Sie zahlreiche Wasservögel zu Gesicht, denen es hier aus nachvollziehbaren Gründen gut gefällt. Nachdem Sie ein kurzes Stück auf einer Asphaltbahn durch den Wald geradelt sind, gelangen Sie dicht an die Bahn und zu einer Kreuzung mit der Landesstraße L 239. Dort bietet sich ein Abstecher nach

Ehemaliges Schloss in Görlsdorf Görlsdorf,44 m ü.N.N., 180 Einw., an, welches einst der Familie von Redern gehörte, die hier ganz standesgemäß ein repräsentatives Schloss ihr eigen nannte (Abb.: Theodor Albert, Alexander Duncker, Quelle Wikipedia), das unter Graf Friedrich Wilhelm von Redern (1802-83), der es immerhin bis zum Generalintendanten der Königlichen Schauspiele gebracht hatte, nach Entwürfen des Baumeisters Eduard Knoblauch 1843-45 erbaut wurde. Zu sehen sind von diesem Schloss heute allerdings nur noch die Fundamente, da es im Zweiten Weltkrieg einem Stab der Wehrmacht als Sitz diente und unter dessen Regie 1945 durch Brand zerstört wurde.

Schlosskirche in Görlsdorf Erhalten blieb aber die Schlosskirche – ursprünglich von 1720, mehrfach umgebaut und 2002 saniert (Foto: Doris Antony) – und der Park, den Peter Joseph Lenné 1826-30 gestaltete. Der Park liegt nordöstlich von Görlsdorf; wer ihn aufsuchen will, folgt einfach dem Verlauf der Dorfstraße. Wenn Sie auf dem Weg dorthin nach der Kirche ein wenig abwärts gerollt sind, finden Sie rechter Hand die Ruinen des Schlosses und auch einen Lageplan. Falls Sie in Begleitung junger Mädchen reisen, dürfte aber die Bereitschaft für einen Spaziergang durch den Landschaftspark recht gering sein, zumindest wenn Sie den Mädchen nicht vorenthalten, dass Görlsdorf inzwischen wesentlich bekannter für das Gestüt ist. (Um dorthin zu gelangen, bietet es sich an, hinter der Kirche rechts dem Hinweis zum Welseabsturz und damit einem beradelbaren Wanderweg zu folgen, der bis zu einem Wasserwerk und vor allem zur herrschaftlichen Zufahrt des Gestüts leitet.)

Das Gestüt wurde 1883 von Graf Wilhelm Heinrich von Redern gegründet und ist die zweitälteste Zuchtstätte für Vollblüter in Deutschland. Immerhin 124 ha stehen dem Gestüt südöstlich des Orts zur Verfügung, so dass den künftigen Rennpferden genügend Auslauf geboten werden kann. Abgesehen von einer kurzen Pause unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte die Zucht beständig aufrecht erhalten werden. Weitere Infos unter: www.goerlsdorf.com. (Um wieder zum Radweg Berlin – Usedom zu gelangen, können Sie vorbei am Wasserwerk dem Fahrweg bis zur Landstraße folgen und auf dieser rechts zurück zum Bahnübergang radeln.)

Görlsdorf, Radweg Berlin - Usedom Görlsdorf ist ein Ortsteil von Angermünde; Infos erhalten Sie also über die dortige Tourist-Information.

Radweg Berlin - Usedom nordwestlich von Peetzig Der Radweg Berlin – Usedom setzt sich westlich von Görlsdorf fort und führt auf einer herrlich glatten Asphaltbahn durch den Wald nach Peetzig, wobei wieder einige beachtliche Wellen zu meistern sind. Vorbei am Großen Peetzigsee radeln Sie ein wenig aufwärts, schlagen dabei einen weiten Bogen und stoßen derart auf eine Straße, mittels der Sie ein paar hundert Meter links/rechts versetzen, um sodann auf einer einstreifig asphaltierten 'Achterbahn' nach Steinhöfel zu fahren.

Radweg Berlin - Usedom südöstlich von Stegelitz Dort folgt die Etappe der betonsteingepflasterten Dorfstraße, und Sie zweigen erst kurz vor dem Ortsende in einer Linkskurve geradeaus – Tick rechts – ab, um noch wenige Meter auf einem Betonplattenspurweg zu radeln. Sodann heißt es: Ende der Ausbaustufe, und es folgt ein etwas lästiges Stück. Erst ist der Weg noch halbwegs passabel geschottert, wird dann aber schlechter, ist später in der Mitte grasdurchwachsen, im Bereich der Autobahnüberquerung grob gepflastert und weist teilweise beachtliche Schlaglöcher auf. Und sollte es gerade regnen bzw. vorher stärker geregnet haben, dürfen Sie sich auch noch mit großen Pfützen und arg matschigen Passagen herumschlagen.

Nun denn, in Stegelitz ist das überwunden, und die Räder rollen erst auf Betonsteinpflaster, dann Asphalt abwärts bis zur Einmündung in eine Vorfahrtstraße. Sie zweigen links ab und radeln auf der betonsteingepflasterten Straße hügelan zur Landes­straße L 241, biegen in diese rechts ein und folgen ihr bald ein wenig abwärts bis zum Ortsende und einem sanften Rechtsschwenk der Straße.

Dort signalisiert ein eigenwilliger, großer Radhinweis, dass der Radweg Berlin – Usedom nun auf einem sandigen Waldweg weiterführt. Nach einer Weile queren Sie die Landesstraße L 24 geradeaus, finden jenseits einen Geh- und Radweg und folgen diesem mit Rechtsbogen Richtung Warnitz. Kurz rollen die Räder auf Asphalt abwärts, dann schließt sich Schotter – teils geringer Qualität – an, und so hoppeln Sie bald hügelan zur Nebenstraße, die links nach Warnitz leitet. Radweg Berlin - Usedom südlich von Warnitz (Wenn Ihnen das nicht gefallen sollte, können Sie am Ortsende von Stegelitz auch einfach weiter der schön glatt asphaltierten Landesstraße L 241 folgen, die bald eine Weile abwärts und schließlich kurz hügelan zur Landesstraße L 24 führt, auf der wenige Meter links/rechts versetzt wird.)

Erst ist die Strecke noch gut einstreifig asphaltiert, dann schließen sich für rund 2½ km Betonspurplatten an, die ziemlich glatt verlegt sind und passables Radeln bis nach Warnitz gestatten. Wobei nicht verschwiegen werden soll, dass noch ein paar ordentliche Wellen zu nehmen sind, zum Ausgleich aber auch schöne Ausblicke geboten werden.

Warnitz, 27 m ü.N.N., bildet mit Potzlow, Seehausen und Blankenburg die Gemeinde Oberuckersee und hat zusammen mit diesen 1.700 Einw. Gemeinde Oberuckersee? Nicht Oberückersee? Ja, schon richtig; denn die Ucker bzw. Uecker ist zwar ein kleiner, nur gut 100 km langer Fluss, hat aber trotzdem zwei Namen. In Brandenburg spricht man von der Ucker, in Mecklenburg-Vorpommern von der Uecker bzw. Ücker. Den Namen verdankt der Fluss den Ukranen, einem slawischen Stamm, der sich ab dem 7. Jh. hier niedergelassen hat. Neben Siedlungen errichteten sie Schutzburgen, eine solche befand sich auf der Insel im Oberuckersee, die daher auch Burgwallinsel genannt wird. Tourist-Information in Warnitz So weit, so gewöhnlich, aber die Slawen sollen die Insel auch mit dem 'Festland' verbunden haben, und zwar mit dem westlich gelegenen Fergitz und der nördlich gelegenen Halbinsel südlich von Seehausen. Dafür musste eine zusammengenommen fast 3 km lange Brücke gebaut werden, ein enormer Aufwand, der sich aber offenbar rechtfertigte. Weitere Infos gibt es beim Tourismusverein, der im Bahnhofsgebäude von Warnitz untergebracht ist, das Sie nicht verfehlen können, da es direkt am Radweg Berlin – Usedom liegt.

Warnitz, Radweg Berlin - Usedom Tourismusverein Uckerseen, Lindenallee 27, 17291 Oberuckersee, Fon 039863 / 78122, Fax 039863 / 78318, E-Mail ferienregionuckerseen@yahoo.de, Internet www.ferienregionuckerseen.de.

Radweg Berlin - Usedom bei Quast Nachdem Sie den Bahnhof passiert haben, setzen Sie am Bahnübergang die Fahrt geradeaus auf Asphalt fort. Der ist etwas älteren Datums, später aber erneuert und schön glatt, so dass es zügig weiter geht nach Quast. Dort wechselt die Route auf die östliche Seite der Bahn (man beachte den winzigen Hinweis auf dem nebenstehenden Foto) und schlägt noch einige Bögen, bevor sie in die Kreisstraße K 7318 mündet, die links – bald erneut die Schienen querend – zum Etappenziel Seehausen leitet.

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