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Donau-Radweg (A) :: Etappe 7

Tulln - Langenlebarn - Muckendorf - Altenberg - Greifenstein - Höllein a.d. Donau - Kritzendorf - Klosterneuburg - Korneuburg - Wien (44 km)

Start:

Minoritenplatz in Tulln.

Strecke:

Der beste Weg für Velotouristen ins Zentrum Wiens führt über die Donauinsel. Daher empfehle ich, zwischen Klosterneuburg und Korneuburg auf das linke Ufer zu wechseln. Mit Kfz müssen Sie sich dann erst auf den letzten Kilometern herumschlagen, wo aber halbwegs passable Radwege geboten werden.

Ziel:

Tourist-Info Wien.

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für die Austrian Map (topografische Karte 1:200.000)

 

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auf der Basis der Austrian Map (topografische Karte 1:200.000), hier im Maßstab 1:150.000

 

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mit einer Detailkarte für Wien auf der Basis der Austrian Map (topografische Karte 1:50.000), hier im Maßstab 1:37.500

 

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mit Kurzbeschreibung der Strecke sowie Hinweisen zu Orten, Sehenswürdigkeiten und Gastronomie.

Der beste Weg für Velotouristen zum Stadtzentrum Wiens führt über die Donauinsel. Also muß ggf. zwischen Klosterneuburg und Korneuburg auf das linke Ufer gewechselt werden. Mit Kfz müssen Sie sich dann erst auf den letzten Kilometern herumschlagen - aber immerhin werden dort halbwegs passable Radweg geboten.

Nach einem Stadtbesuch und/oder Übernachtung geht es auf dem Damm weiter, so daß Sie unbeschwert ohne Orientierungsprobleme radeln können. Damit es nicht zu eintönig wird, werden Bögen um die Jachthäfen von Langenlebarn und Muckendorf geschlagen, und Sie passieren nun eine beinahe endlose Zahl von Datschen, die übrigens vielfach auf Stelzen errichtet wurden, da ganz offensichtlich mit Hochwasser gerechnet werden muß.

Beim dritten Jachthafen müssen Sie wieder aufwachen; denn in Sichtweite des Kraftwerks Greifenstein - mit zuvor teils schönem Blick auf die Burg Kreuzenstein - passieren Sie einen Rastplatz mit Kiosken und Tourist-Information, bevor Sie bei einem Parkplatz auf eine Straße stoßen. Eine Übersichtstafel zeigt an, daß man nun entweder zum Kraftwerk fahren und dort auf das linke Ufer wechseln oder nach dem Kraftwerk zu einer Fähre radeln solle, wenn man am rechten Ufer der Donau bleiben möchte.

Ich empfehle aber, den Damm hier nach rechts zu verlassen, sich an der folgenden Gabelung rechts zu halten und damit einer kleinen Straße bis über einen Graben hinweg zu folgen, um sodann links in die Straße „Am Damm“ abzubiegen, die entlang zahlreicher Datschen führt. Zunächst rollen die Räder auf leidlichem Asphalt, dann für ein paar hundert Meter auf etwas grobem Schotter, an den sich wieder ältlicher Asphalt anschließt. An dessen Ende geht es rechts auf einen Geh- und Radweg, mit dem ein Jachthafen umfahren wird, bevor die Route direkt vor den Eisenbahngleisen links auf eine Straße abknickt.

Auf dieser radeln Sie entlang der Eisenbahn, bis die Hinweise nach links lenken, so daß Sie bald noch einmal direkt an die Donau kommen. Automatisch werden Sie zu der kleinen Straße zurück gelenkt und erreichen nach einem kurzen, sanften Anstieg eine Gabelung, wo ein interessanter Radhinweis zu bewundern ist; denn dort wird bedeutet, daß Rennradler rechts und Familienradler links fahren sollen. Okay, sind wir eben Familienradler, fahren links und absolvieren einen Rechtsbogen, bevor es halblinks und damit zum Ortseingang von Höflein geht, wo Sie eine Weile durch den Ort fahren, bis ein Radhinweis halblinks auf den Treppelweg lenkt.

Nach einer Weile endet der Treppelweg, und es geht auf einer kleinen Straße nun durch Kritzendorf, so daß Sie wieder an zahlreichen Gebäuden vorbei fahren, die zum großen Teil ursprünglich wohl als Datsche errichtet wurden, nach und nach aber zu richtigen Wohnhäusern ausgebaut wurden. Ohne Orientierungsprobleme gelangen Sie - die Richtung beständig haltend - nach Klosterneuburg, wo Sie in Sichtweite der Kirche über einen Parkplatz hinweg auf eine Vorfahrtstraße stoßen. Rechts geht es unter der Eisenbahn hindurch in die Stadtmitte, links zum Campingplatz, an dessen Eingang auch die Tourist-Information zu finden ist.

Klosterneuburg, 192 m ü.N.N., 26.000 Einw., liegt am Fuße des Wienerwaldes knapp vor den Toren Wiens. Bedeutendstes Bauwerk ist das Augustiner-Chorherrenstift, das an der Stelle eines römischen Kastells namens „Asturis“ errichtet wurde. Der Sage nach soll ein Schleier der Grund für den Bau des Klosters gewesen sein:

Der Babenberger Marktgraf Leopold III. brach dem Kaiser Heinrich IV. die Treue, was dessen Sohn, Heinrich V., mit solcher Freude(!) erfüllte, daß er Leopold seine Schwester Agnes zur Frau anbot. Diese stand nun eines Tages mit ihrem Gatten auf der nahe gelegenen Burg am Kahlenberg, wo ihr Schleier von einem Windstoß erfaßt wurde. Erst neun Jahre später fand Leopold den Schleier auf einem Holunderstrauch wieder. Daraufhin soll ihm die Muttergottes erschienen sein und zum Dank den Bau des Klosters verlangt haben - es kann natürlich auch sein, daß Leopold zu viel des guten Klosterneuburger Weins genossen hatte.

Donauradweg, KlosterneuburgLeopold III. verlegte 1114 den Sitz der Babenberger von Tulln nach Klosterneuburg und veranlaßte den Bau der romanischen Stiftskirche. 1133 wurde das Stift in ein Augustiner-Kloster umgewandelt und mit ausreichendem Grundbesitz ausgestattet, doch kam das Baugeschehen erst unter Kaiser Karl VI. so recht in Gang. Nach seinen Wünschen sollte das Stift zum Kaiserpalast nach dem Vorbild des spanischen Escorials ausgebaut werden, was nahe lag, denn im Nebenberuf war Karl VI. auch König von Spanien. Der beauftragte Architekt Felice d'Allio entwarf entsprechende Pläne, von denen allerdings nur ein Viertel verwirklicht wurde. Der Kaiser verstarb nämlich bald, und seine Tochter Maria Theresia hatte, so wurde verlautbart, schlicht keine Lust, aufs Land zu ziehen und die Wiener Gesellschaft zu missen.

Die neuen Stiftsgebäude schmücken an der Ostseite zwei Kuppeln, welche die in Kupfer getriebene deutsche Kaiserkrone und den österreichischen Erzherzogshut tragen. Dieser wurde für die so genannte Erbhuldigung verwendet, die in Österreich als Ersatz für die verpönte Krönung diente. Auch die späteren Kaiser wurden nicht gekrönt, sondern bei ihrer Ernennung eben dieser Erbhuldigung unterzogen.

Donauradweg, KlosterneuburgBerühmt ist das Stift für den Verduner Altar in der Leopoldskapelle, der nach seinem Schöpfer Nikolaus Verdun benannt ist. Der Altar besteht aus 51 biblischen Bildtafeln auf vergoldetem Kupfer und diente einst als Verkleidung der Kanzel in der romanischen Kirche. Nach einem Brand wurden die Täfelchen zu dem jetzigen Flügelaltar zusammengefaßt, der den Grabaltar des heilig gesprochenen Klostergründers Leopold bildet. Sehenswert sind ferner der gotische Kreuzgang, das „Tausendeimerfaß“ in der Stiftsbinderei und die Bibliothek im neuen Stiftsgebäude. Im zweiten und dritten Stockwerk des Kaiserhofes befindet sich das Stiftsmuseum - geöff. di-so 10-17 h; Führungen durch das Stift tägl. 10-17 h.

Ferner bietet die Stadt für regnerische Tage noch verschiedene Museen, darunter die Archäologische Sammlung in der Unterkirche St. Martin (nur nach Voranmeldung unter Fon 02243 / 32568) und das Stadtmuseum nahe dem Rathaus - geöff. sa 14-18 h & so 10-18 h. Und schließlich kann österreichische Gegenwartskunst im Schömer-Haus studiert werden; die private Essl-Sammlung umfaßt immerhin 3.000 Exponate und darf damit wohl getrost behaupten, einen vollständigen Überblick über die moderne Malerei des Landes zu bieten - geöff. di-so 10-19 h.

Donauradweg, Klosterneuburg Tourismusinformation, Donaupark Camping, 3402 Klosterneuburg, Fon 02243 / 32038, Fax 02243 / 26773, E-Mail tourismus@klosterneuburg.net, Internet www.klosterneuburg.net.

Die Etappe folgt von der Tourist-Information dem Hinweis zur Rollfähre, so daß Sie sich noch einmal ob der Begeisterung der Wiener für Datschen wundern dürfen; denn erneut werden beinahe unzählige passiert, bis die Rollfähre erreicht wird (Fährzeiten mo-fr ab 6.30 h, sa & so ab 8.00 h, jeweils bis Sonnenuntergang).

Nach dem Übersetzen führt der Donauradweg rechts weiter, doch sollten Sie vielleicht vorher noch einen Abstecher nach Korneuburg machen, wozu Sie einfach nur links der „Donaulände“ - bald mit einem Rechtsbogen unter der Autobahn her - zu folgen brauchen, um auf der „Donaustraße“ zum Hauptplatz zu gelangen.

Donau-Radweg, KorneuburgKorneuburg, 167 m ü.N.N., 12.000 Einw., ist der richtige Ort, um sich - mal wieder(?) - mögliche Konsequenzen des leider weit verbreiteten Geizes in Erinnerung zu rufen; denn den Hauptplatz ziert vor dem neugotischen Rathaus der Rattenfängerbrunnen. Damit wird einer einstigen Rattenplage gedacht, der die ansässigen Bürger nicht Herr wurden. Also beschloß der Rat der Stadt, eine hohe Belohnung für den auszusetzen, der das Problem lösen würde. Eines Tages erschien ein einfach gekleideter Mann und bot an, sich der Sache anzunehmen. Das akzeptierte man gern, und so zückte der Mann seine Flöte, schritt die Donaustraße hinab zum Fluß und lockte dabei alle Ratten hinter sich her. Fasziniert von seinem Spiel folgten sie ihm bis in die Donau, wo sie ertranken.

Damit war die versprochene Belohnung fällig, doch wendete der Rat nun ein, daß für eine so geringe Leistung, eben das Flötenspiel, eine so hohe Summe nicht angemessen wäre. Also betrog man den Mann um den gerechten Lohn; denn er hatte keinerlei Druckmittel und mußte sich daher mit einem vergleichsweise lächerlichen Entgelt zufrieden geben. Auch seine Drohung, zurückzukehren, beeindruckte die Stadtväter nicht, und so zog er von dannen.

Eines Tages kam er aber zurück, nun prachtvoll gekleidet und mit einer goldenen Flöte, auf der er so schön spielte, daß ihm alle Kinder folgten, und zwar zur Donau, wo ein reich geschmücktes Boot wartete. Alle Kinder - bis auf zwei, das eine taub, weshalb es die Melodie nicht hörte, das andere, weil es seinen Mantel Donau-Radweg, Korneuburgvergessen hatte und deshalb in die Stadt zurück lief - bestiegen das Schiff und wurden nie wieder gesehen...

Einen Prospekt zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt erhalten Sie beim Bürgerservice im Rathaus, und vielleicht bietet sich am Abend ja ein Besuch des 1908 als „Tröpferlbad“ errichteten Kulturzentrums an, welches nämlich nicht nur den Museumsverein mit Ausstellungen zur Stadtgeschichte beherbergt, sondern auch für Vernissagen, Lesungen und Konzerte genutzt wird.

Donau-Radwanderweg, Korneuburg Bürgerservice, Hauptplatz 39, 2100 Korneuburg, Fon 02262 / 770700, E-Mail buergerservice@korneuburg.gv.at, Internet www.korneuburg.gv.at.

Nach einem eventuellen Ausflug und/oder Übernachtung in Korneuburg kehren Sie zur Rollfähre zurück und folgen der Straße, die alsbald bei einem Restaurant links abknickt, während Sie sich geradeaus halten, um auf dem Treppelweg ohne Orientierungsprobleme bis zur Neuen Donau zu radeln. Mittels des Einlaufbauwerks wechseln Sie auf die Donauinsel, die sich zu einem der beliebtesten Naherholungsgebiete Wiens entwickelt hat. Vor allem Jogger, Skater und Radler, aber auch Sonnenhungrige sind hier anzutreffen, und für die Radreisenden ist es schlicht die denkbar (kfz-) verkehrsfreieste Möglichkeit, um sich dem Zentrum Wiens zu nähern.

Und wenn Sie vorab schon einmal wissen möchten, wie es auf der Donainsel ausschaut, und wie gut man dort Rad bzw. Velomobil fahren kann, dann schauen Sie sich das nachstehende Video an.

"Mango Velomobil Donauinsel Gewitter" von Gerd Pachauer

Welchen der Wege auf der Donauinsel Sie wählen, ist egal, denn alle führen schnurstracks nach Südosten, und Sie müssen nur darauf achten, daß Sie, nachdem Sie den Fernsehturm von Wien passiert haben, an der UNO-City vorbei radeln (beide linker Hand) und damit die „Reichsbrücke“ erreichen. Zu ihr hinauf führen Rampen, und Sie folgen oben dem Radweg rechts, um sogleich die Donau zu überbrücken. Falls Sie dabei eigentümliche Geräusche neben sich - hinter der Betonwand - vernehmen, liegt das übrigens an der U-Bahn, die hier quasi als Hochbahn im Tunnel verkehrt.

Donau-Radwanderweg, WienMit dem beschaulichen Radeln ist es nun vorbei; denn die Etappe folgt gewöhnlichen Stadtstraßen ins Zentrum. Auf dem Radweg der „Lassallestraße“ radeln Sie schnurstracks zum „Praterstern“, um die Richtung haltend jenseits der „Praterstraße“ - wieder auf einem Radweg - zu folgen. Kurz vor deren Ende werden Sie automatisch nach halblinks gelenkt („Aspernbrückengasse“) und überqueren sodann den Donaukanal.

Damit befinden Sie sich im Zentrum und müssen jetzt nur noch eine Weile dem Radweg auf dem so genannten Ring folgen. Der Radweg wechselt auch mal die Seiten, doch muß Sie das nicht kümmern, der Verlauf ist trotzdem eindeutig. So geht es über den „Stubenring“, „Parkring“, „Schubertring“ und „Kärntner Ring“ bis zur Kreuzung mit der „Kärtner Straße“. Wenige Meter weiter (rechts des Rings) liegt die Staatsoper. Sie biegen rechts in die „Kärntner Straße“ ein und radeln auf die Fußgängerzone zu; denn die „Kärntner Straße“ ist die Haupteinkaufsstraße Wiens.

Direkt vor der Fußgängerzone biegen Sie links ab („Philharmonikerstraße“), passieren das „Hotel Sacher“ und halten sich bei der nächsten Möglichkeit rechts, um schon an der nächsten Ecke die Tourist-Information („Tegetthoffstraße“ Ecke „Maysedergasse“) zu finden - na, war doch ganz einfach, oder?

Wien, 171 m ü.N.N., 1.550.000 Einw., ist nicht nur die größte, bedeutendste, schönste... Stadt Österreichs, sondern vor allem anders, was die Wiener im Rest der Republik auch regelmäßig zu spüren bekommen. Dabei waren die Anfänge ganz gewöhnlich:

Nach einigen Episoden der Illyrier und Kelten, denen die Stadt ihren Namen verdankt (Vedunia = Wildbach), wählten die Römer 50 u.Z. diesen Ort für ihr befestigtes Lager Vindobona. In der Nähe errichteten Sie auch eine Zivilstadt, und die Gegend wurde so beliebt, daß sogar der römische Kaiser Marc Aurel hier weilte und im Jahre 180 vor Ort verstarb. Später griffen immer häufiger germanische Stämme das Castrum an, und zwangen schließlich die Römer Ende des 5. Jh. zur Aufgabe ihrer exponierten Siedlung. Gewonnen hatten die Germanen damit aber nichts, denn wie so viele andere von den Germanen eroberte Orte und Gebiete verfiel auch Wien damit erst einmal in die Bedeutungslosigkeit und wurde nur noch im Zusammenhang mit den häufigen Kämpfen gegen die Völker der Awaren und Magyaren genannt.

1137 hatte sich Wien aber immerhin wieder soweit berappelt, daß es zum ersten Mal als „civitas“ Erwähnung fand - also ein geordnetes Stadtwesen darstellte -, und mit der Verlagerung des Sitzes der Babenberger 1156 nach Wien stieg die Bedeutung rasch. Die Verleihung des so genannten „Stapelrechts“ ermöglichte den Bewohnern zudem ein wirtschaftliches Auskommen, denn es zwang die Fernkaufleute, ihre Waren für mindestens zwei Monate in Wien zu lagern und zum Verkauf anzubieten. Dies ließ das frühe Wiener Bürgertum entstehen und verlieh diesem auch die Macht, den Patriziern einige politische Rechte abzutrotzen (z.B. die städtische Selbstverwaltung). In Ferdinand I. fanden die Honoratioren jedoch einen mächtigen Gegenpart, der z.B. 1522 den Wiener Bürgermeister Siebenbürger wegen Unbotmäßigkeit schlicht hinrichten ließ und vier Jahre später der Stadt die Selbständigkeit nahm - fortan mußte der Bürgermeister vom Landesherrn bestätigt werden.

Auch die Türken bereiteten der Stadt Probleme. Diese verspürten zwar zunächst keinen Drang, weiter nach Westen vorzudringen, fanden aber in den Ungarn Verbündete, die über den Erbfall ihrer Krone an die Habsburger dermaßen erbost waren, daß ihnen jedes Mittel recht schien, um ihre Unabhängigkeit wieder zu erlangen. Den Türken stand daher der Weg nach Wien offen (zuvor waren Ungarn und Türken erbitterte Feinde), und so belagerten sie 1529 die Stadt. Infolge des frühen Herbsteinbruchs kam Wien mit einem blauen Auge davon, denn die Türken mußten mangels Vorräten von ihrem Vorhaben absehen. Doch kamen sie 150 Jahre später wieder und standen mit nicht weniger als 200.000 Mann vor den inzwischen erneuerten Befestigungen. Umgehend eilten dem „Bollwerk der Christenheit“ mit finanzieller Hilfe des Papstes die Heere des Katholizismus aus Norden und Westen zu Hilfe, und unter der Führung des Polenkönigs Sobieski sowie des Herzogs Karl von Lothringen gelang es den 75.000 Söldnern, die zahlenmäßig weit stärkere türkische Armee in die Flucht zu schlagen.

Die Entwicklung der Stadt hemmte im 16. & 17. Jh. aber auch der Kampf zwischen den Religionen. Nachdem der Protestantismus zunächst viele Anhänger fand, rund drei Viertel der Bürger sollen um 1580 Protestanten gewesen sein, gelang es den herbeigerufenen Jesuiten, das Ruder herumzureißen, indem sie sich der Schulen, der Universität und der Theater bemächtigten. 1625 hatten die Gegenreformatoren soviel Oberwasser erlangt, daß sie ein kaiserliches Edikt erlassen konnten, das die Wiener vor die einfache Wahl stellte, ihrem Glauben abzuschwören oder zu verschwinden. Die Habsburger verdankten übrigens diesen Auseinandersetzungen den größten Teil ihres Reichtums; denn nach dem Sieg über die „Ungläubigen“ wurden alle protestantischen Adligen enteignet.

Die dritte bedeutende Glaubensgruppe der Stadt, die Juden, waren zu allen Zeiten wohl gelitten, solange sie „Hofbefreiungsabgaben“ in beträchtlicher Höhe zahlen konnten. Rein der Ordnung halber hielt man es dennoch für erforderlich, die Juden vor der Bevölkerung zu schützen, und Ferdinand II. ließ entsprechend ein Ghetto errichten. So nebenher zwangen die machthabenden Katholiken die Juden seit 1551, den „Judenstern“, einen Ring aus gelbem Tuch, zu tragen. 1669 wurden die 3.000 Wiener Juden sogar vertrieben, und nur die wohlhabendsten unter ihnen konnten sich ab 1675 für 250.000 Gulden freikaufen. Besonders beliebt war beim Kaiser ein gewisser Oppenheimer, der binnen acht Jahren dem Herrscher die stattliche Summe von 30 Mio. Gulden lieh.

Dank des immer größeren Reiches der Habsburger wuchs Wien im 18. Jh. schnell zur alles im Lande überragenden Stadt an; beispielsweise wurden 1740 nicht weniger als 400 adlige Lustschlösser und Palais gezählt. Die österreichische Form der Dreieinigkeit - Kaiser, Kirche und Adel - prägte die Entwicklung der Stadt. Im Zuge der damit verbundenen Prunksucht ergaben sich Kuriositäten wie zum Beispiel Kaiser Leopolds Oper „Il Pomo d'Oro“: Es gab berstende Kirchen, fliegende Drachen und ähnliches zu sehen, und der dreimal wöchentlich gebotene Spaß kostete für eine Saison das kaiserliche Trinkgeld von 100.000 Gulden. Das zu dieser Zeit fertiggestellte Palais Schwarzenberg (am Südende des Schwarzenbergplatzes) vergleichsweise lächerliche 60.000 Gulden. Über diesem Gehabe verschlief die Stadt den Anschluß an die modernen wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen, und es wurden nur einige wenige Manufakturen für die Herstellung von Luxusgütern gegründet.

In der Zeit des Biedermeier bestimmte die Angst vor einer möglichen Revolution das staatliche Handeln. Unter dem konservativen Regime Ferdinand I. entwickelte sich aber trotz der rigiden Innenpolitik (oder vielleicht gerade deswegen) ein beachtenswerter künstlerischer Reichtum in der Stadt. Leute wie Beethoven, Schubert, Nestroy, Grillparzer, Johann Strauß usw. lebten zumindest zeitweise in Wien.

Trotz der „Industrialfreiheit“ von 1809 kamen die modernen Techniken nur ganz allmählich zur Anwendung. Und wenn, dann meist für edle Schauspielereien. Beispielsweise wurde die erste Dampfmaschine der Stadt für den Betrieb des Springbrunnens im Schwarzbergschen Sommerpalais verwendet. Die Maschinenfeindlichkeit der Bevölkerung drückte sich noch 1848 beim Revolutionsmarsch aus - es wurden Fabriken gestürmt und Maschinen zerstört, denn die Ansicht, diese würden den Arbeitern und Arbeiterinnen ihre angestammten Arbeitsmöglichkeiten nehmen, war weit verbreitet. Die politische Revolution selbst war zunächst ein voller Erfolg. Der Hof floh nach Innsbruck, Metternich nach England, und vom Konstituierenden Reichstag wurde das Gesetz zur Bauernbefreiung erlassen. Doch die kaiserlichen Truppen belagerten schon im Herbst die Stadt, die schließlich am 31. Oktober zur Aufgabe gezwungen werden konnte. Die Gegenbewegung bewirkte folgerichtig erstmal Bauten wie das „Arsenal“, eine nahezu autarke Kasernenstadt (nahe dem Südbahnhof).

Donauradweg, WienIn der Stadt wurde der Gemeinderat fortan von den Liberalen beherrscht, die überwiegend zum Großbürgertum zu zählen waren. Ein bis heute erhaltenes Denkmal setzten sie sich mit der „Ringstraße“, die noch immer das Erscheinungsbild der inneren Bezirke bestimmt. Sie wurde auf den erst 1857 geschliffenen Wallanlagen angelegt. Nach einem internationalen Wettbewerb mit über 400 Bewerbern und 85 eingereichten Entwürfen wurde die Großbaustelle eröffnet. Die Bauten, darunter 150 öffentliche und 650 private Wohn- und Geschäftshäuser, wurden im Stil des Historismus entworfen, d.h. Baustile vergangener Zeiten wurden je nach Funktion der Häuser als sichtbare Erläuterung des Innern eingesetzt. So wurde das heutige Parlament als Reichsratsgebäude in Anlehnung an die antike Architektur gestaltet, um den Bogen zur griechischen Demokratie zu spannen.

Durch die Reform des Wahlrechts 1885 wurde die bisher unangefochtene Stellung der Liberalen gebrochen. Ab sofort durften alle Männer wählen, die jährlich mehr als fünf Gulden Steuern zahlten. 1897 wurde Karl Lueger Bürgermeister und leitete mit seiner Partei, den Christlich-Sozialen, umfangreiche Reformen ein. Wichtige Infrastruktureinrichtungen, die bisher in der Hand privater Unternehmen waren, wurden in kommunales Eigentum überführt. Die Gas- und Elektrizitätswirtschaft gehörten ebenso dazu wie der öffentliche Nahverkehr und die Wasserver- und -entsorgung. Die Wohnungsprobleme wurden jedoch in der schnell wachsenden Stadt nur halbherzig angegangen, und auch die Sozialpolitik blieb Stückwerk. Um stärkeren Einfluß auf die Politik nehmen zu können, wurden die Forderungen nach einem allgemeinen Wahlrecht zusehends heftiger, das denn auch 1907 eingeführt wurde - allerdings nicht auf der politischen Ebene der Gemeinde Wien, die ´dank´ der Selbstverwaltung das veraltete Recht beibehalten konnte. Auf ihr allgemeines Wahlrecht mußten die Wiener noch bis zur Ersten Republik warten; erst dann erhielten sie das Recht, sich einen Roten zum Bürgermeister zu wählen.

Das „Rote Wien“ im „Schwarzen Österreich“ ging die Wohnungsmisere mit Hilfe der Wohnbausteuer an und baute binnen zehn Jahren 65.000 kommunale Wohnungen. Begleitet wurde diese Maßnahme von einem Mieterschutzgesetz, das den Mietern absoluten Kündigungsschutz zusicherte, und einer Miethöheregelung, die die Miete auf einen Schilling pro Quadratmeter Wohnfläche für immer und ewig festsetzte. Die Hauptattraktion dieser Wohnungspolitik war aber der Neubau in Form großer Höfe, darunter der bekannteste, der „Karl-Marx-Hof“ (1927-30), mit 1.325 Wohnungen.

Diese Höfe galten als Hochburgen der Sozialdemokraten und waren entsprechend häufiges Angriffsziel der Faschisten. So wurde der Karl-Marx-Hof im Februar 1934 von den austrofaschistischen „Heimatschutz“-Verbänden und dem Bundesheer mit Kanonen und Maschinengewehren angegriffen. Doch die Arbeiter vergalten es mit gleichen Waffen und empfingen die ersten Eindringlinge mit Gewehrfeuer. Erst durch die Sprengung der Eingangstore konnte der Widerstand gebrochen werden.

1938 wurden die Austronationalsozialisten zum Berchtesgadener Abkommen gezwungen und Österreich Großdeutschland einverleibt. Im März reiste Hitler nach Wien und initiierte als Ausdruck seiner Macht auf dem Ring, dem Ort zahlreicher Maidemonstrationen, eine SS-Panzerparade. Um jeglichen Widerstand zu brechen, wurden die aus Deutschland bekannten Methoden angewandt und rund 100.000 Österreicher dem Terror ausgesetzt - nach eigenen Angaben „betreute“ die Gestapo allein in Wien 21.000 „Schutzhäftlinge“. Sitz der Wiener Gestapo war das ehemalige Hotel „Metropol“, Salzburgergasse 6, an dessen Stelle heute eine Gedenkstätte für die Opfer des österreichischen Freiheitskampfes untergebracht ist.

Die Rote Armee befreite im April 1945 Wien und ging mit den drei anderen Siegern des Zweiten Weltkrieges einen Alliierten Rat ein. Im Gegensatz zu Berlin funktionierte dieser Rat in Wien recht gut, denn die Stadt wurde nicht einfach in Machtbereiche aufgeteilt, sondern im monatlichen Wechsel von einer der Besatzungsmächte verwaltet. Dies erleichterte sicherlich den Abschluß des Staatsvertrages vom 15. Mai 1955, der Österreich die volle Souveränität wiedergab, wofür der Nationalrat aber die immerwährende Neutralität Österreichs erklären mußte. Diese Neutralität nutzte später Wien, indem hier mehrere internationale Organisationen ihren Sitz wählten.

Wien, mit 404 km² kleinstes Bundesland Österreichs, ist in 23 Bezirke unterteilt. Darunter bildet der I., die so genannte Innere Stadt, den Stadtkern und entspricht in den Ausmaßen der mittelalterlichen Gemeinde. Hier finden sich die wichtigen Sehenswürdigkeiten, besonders entlang der Ringstraße, die das alte Wien umgibt.

Donauradweg, WienDoch beginnen wir im Zentrum: Der Stephansplatz mit dem gleichnamigen Dom ist der Dreh- und Angelpunkt des I. Bezirks. Der Steffl, der Südturm des Doms und eines der Wahrzeichen Wiens, lädt zu einem ersten Rundblick über die Stadt ein. Im nie vollendeten Nordturm befindet sich seit 1957 die „Pummerin“, eine Glocke. Sie wurde 1711 aus erbeuteten türkischen Kanonen gegossen und hing ursprünglich im Steffl, wo sie beim Brand 1945 zerstört wurde, aber aus ihren eigenen Trümmern neu entstand. Für die bemitleidenswerten Mitmenschen, die gerade unter Zahnschmerzen dahinsiechen, bietet der Dom eine Besonderheit im Innern, nämlich den „Zahnweh-Herrgott“ in der Chorspitze.

Die Haupteinkaufsstraße, die „Kärntner Straße“, kennen Sie schon und können ihr nach Süden zur Staatsoper folgen, deren Architekten die Eröffnung nicht mehr erlebten. Denn das umstrittene Gebäude animierte den einen zum Selbstmord, der andere starb an schwerer Krankheit wenige Monate später. Ein Glück, daß es nicht allen Architekten so ergeht, die obskure Gebäude errichten lassen, sonst gäbe es schon bald fast keine mehr...

Donauradweg, WienÜber die „Augustinerstraße“ sich nach Nordwesten wendend, vorbei an der gleichnamigen Kirche, erreichen Sie den wohl eigentümlichsten Gebäudekomplex der Stadt. Rund um den Schweizer Hof, dessen Name sich auf die Herkunft der Habsburger bezieht, erstreckt sich der Kern der heutigen Hofburg. Nach zahlreichen Anbauten der verschiedenen Herrscher entstand eine eigenartige Mischung der unterschiedlichsten Baustile. Die alten Burganlagen, ältester erhaltener Bauabschnitt ist die Burgkapelle von 1449, wurden Mitte des 16. Jh. rund um den Schweizer Hof neu erbaut. Wenig später folgte der Amalienhof, der jedoch schon Anfang des 17. Jh. wieder umgebaut wurde. Diese beiden Teile wurden in den 60er Jahren des 17. Jh. durch den Leopoldinischen Trakt verbunden, der Maria Theresia Wohn- und Staatsräume bieten sollte. Natürlich ließ auch sie erst einmal wieder bauen, genauer: die Innenausstattung erneuern, die heute den würdigen Rahmen für den österreichischen Bundespräsidenten stellen. Es folgten die Hofbibliothek, heute Nationalbibliothek (u.a. mit 360.000 Gemälden), und der Reichskanzleitrakt, dem Sitz der Reichsbehörden bis 1806, als das Heilige Römische Reich Deutscher Nation aufgelöst wurde.

Die Winterreitschule bot den Vorführungen der Spanischen Reitschule mit ihren Lipizzanerhengsten ab 1735 den nötigen Raum. Östlich von ihr befindet sich die Stallburg mit ihren schönen Arkadengängen (1558-70), die für den späteren Kaiser Maximilian II. errichtet wurde, der auf seinem Sterbebett den Mut fand, sich zum Protestantismus zu bekennen. Ende des 19. Jh. wurden schließlich die letzten und größten Projekte angegangen, der Michaelertrakt zur Stadtseite und die Neue Hofburg am Ring. Im Innern bieten die Gebäude der Wiener Hofburg Sammlungen diverser Museen, darunter die Schatzkammer mit den Reliquien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und der österreichischen Kaiserkrone (geöff. mi-mo 10-18 h).

Wenn Sie Ihren Spaziergang über den „Heldenplatz“ fortsetzen - mit zwei Denkmälern, die an die Kriege mit Türken und Franzosen mahnen, und den Hitler für seine Proklamation im März 1938 wählte, um die Annexion Österreichs zu erklären -, erreichen Sie den „Burgring“. Dabei durchschreiten Sie das 1934 zum Heldendenkmal umgestaltete Burgtor und erblicken gegenüber den „Maria-Theresien-Platz“ mit den bombastischen Natur- und Kunsthistorischen Museen.

Somit haben Sie die Prunkstraße Wiens erreicht, entlang der die repräsentativen Gebäude der Stadt in der zweiten Hälfte des 19. Jh. erbaut wurden. Die verkehrsreiche Straße mit einem der ersten Radwege Wiens (der entsprechend oft einen fragwürdigen Verlauf nimmt) führt Richtung Nordwesten zum Parlament. Hier residieren heute der National- und der Bundesrat. Etwas zurückgesetzt schließen sich das neugotische Rathaus und das gegenüber gelegene Burgtheater an. Auf der linken Seite folgt die Universität, deren Vorgängerin, die Alte Universität (Ignaz-Seipelt-Platz 1), schon 1365 gegründet wurde. Das ehemalige Universitätsviertel wurde im Volksmund gern als „Pfaffenstatt“ bezeichnet, was seinen Grund in der angebauten Jesuitenkirche hatte. Denn die Jesuiten betrieben während der Gegenreformation auch die Universität und nutzten so eines der weitreichendsten Propagandainstrumente der damaligen Zeit.

Den Ring rechts in die „Schottengasse“ verlassend führt eine Passage von der „Helferstorferstraße“ in den Schottenhof. Das Schottenkloster wurde bereits 1155 unter dem Babenberger Herzog Jasomirgott gegründet (eigentlich Heinrich II., aber nach seinem Motto „Ja so mir Gott helfe“ volkstümlich umbenannt). Diese Schotten waren eigentlich Iren, doch störte dies die Österreicher nicht. Am folgenden Platz „Freyung“ liegen die Palais Harrach und Kinsky; wenige Meter weiter in der „Herrengasse“ das Palais Ferstel, ehemals für die Österreichisch-Ungarische Bank errichtet und mit den zugehörigen Börsensälen ausgestattet. Hier war auch das legendäre „Café Central“, wo sich jeder Literat von Rang gern einfand, um sich seinem Publikum zu präsentieren. In der anschließenden „Bankgasse“ und der „Herrengasse“ selbst befinden sich noch weitere Palais, wo ein Adliger den anderen zu übertreffen suchte, man aber vor allem eine günstige Geldanlage im ständig vom Bankrott bedrohten Kaiserreich suchte und fand.

Über den „Freyung“ und den „Heidenschuß“ wird der Platz „Am Hof“ erreicht, wo sich die älteste Burg der Babenberger aus dem 12. Jh. befand. Nahebei liegt der „Judenplatz“, der auf das mittelalterliche Ghetto verweist und wo die öffentlichen Bauten der Judengemeinde, wie z.B. die Talmudschule, waren. Über die „Wipplingerstraße“ gelangt man zum „Hohen Markt“ und kann kurz darauf rechts mittels der „Rotenturmstraße“ den Kreis beim Stephansdom schließen.

Es läßt sich kaum vermeiden, auf seinen Wegen durch die Stadt öfters an den Stätten vorbeizukommen, deren Ruf Wien weit vorauseilt: den Kaffeehäusern. Wiener selbst sind unfähig, objektiv über diese Institutionen der Kommunikation und Erholung zu berichten; denn sie verfallen prompt in Schwärmereien über die glorreiche Geschichte, die im 17. Jh. ihren Anfang nahm. Aus schlicht gehaltenen Kaffee-Ausschankstellen wurden durch eine verfeinerte Zubereitung des Getränks und der Bereithaltung der letzten Neuigkeiten in Form von „Nachrichtenzetteln“, den Vorläufern der Tageszeitungen, allmählich die „Zeitungscafés“. In der Folge zogen diese Lokalitäten wie magisch alles an, was Rang und Namen hatte oder haben wollte; denn sie waren nun zu den Treffpunkten der Stadt avanciert.

Ein gutes Kaffeehaus stattete seine Ober mit einem bis zu zwanzig Brauntöne umfassenden Fächer aus, anhand dessen die Gäste das Aroma bestimmen konnten. Der nachmittägliche Gang ins Kaffeehaus zum Spiel, zur heftig geführten Diskussion oder geruhsamen Lektüre wurde zur Selbstverständlichkeit. Wer im Winter des Heizens überdrüssig war oder es sich nicht leisten konnte, kam hierher und wurde von den Obern auch dann nicht bedrängt, wenn er/sie schon Stunden mit einem Verlängerten zubrachte. Eine noble Sitte, die sich bis heute gehalten hat.

Heutzutage fehlt den Kaffeehäusern aber das wichtigste Merkmal der 'glorreichen' Zeit, nämlich die rigide Obrigkeit. Unter den stockkonservativen Habsburgern mußten sich einfach Inseln der Ausgelassenheit in einer „Weltstadt“ bilden. Sprüche wie „Glücklich ist, wer vergißt, was doch nicht zu ändern ist!“ oder „In jenen unendlichen Gesprächen hielten wir Gericht über Gott und die Welt“ verdeutlichen das Milieu, das hier sein Ventil suchte und fand. Auch wenn das Inventar in manchen Kaffeehäusern die Jahrzehnte überlebte, so weht doch heute ein anderer Geist durch die heiligen Hallen.

Donauradweg, WienEin weiterer kulturgeschichtlicher Meilenstein ist im 12. Bezirk platziert. Schloß Schönbrunn mit seinen weitreichenden Parkanlagen - einst der Boden zum Jagen, Lustwandeln und Ruhen, heute ein Paradies für Jogger - geht auf die Initiative von Leopold I. zurück. Er wollte die Anlage für seinen Sohn Joseph I., 1705 zum Kaiser gekrönt, errichten lassen, und sie sollte nach den Plänen Fischers von Erlach d.Ä. so gigantisch werden, daß Versailles vor Neid erblaßt wäre. Er plante beispielsweise Terrassen, die von der Gloriette scheinbar unendlich in die Landschaft reichen sollten und sich bis zum heutigen Haupttor hingezogen hätten. Realisiert wurde aber nur sein zweiter wesentlich reduzierter Entwurf, der nach dem Baubeginn 1695 binnen 18 Jahren zur Umsetzung gelangte. Das Schloß war zwar schon 1700 in Teilen bewohnbar, wurde aber erst unter Karl VI. fertiggestellt, also zu spät für Joseph I. Maria Theresia soll sich hier draußen zwar recht wohl gefühlt haben, verabscheute aber den Stil ihrer Ahnen und ließ das Schloß 1744-49 vollständig umbauen. Aus dem wuchtigen Barock wurde ein eher zierliches Rokoko. Die Gemächer der ehemaligen Herrscher(innen) können tägl. 8.30-17.00 h, Juli und August -18.00 h besichtigt werden.

Jüngstes Schloß der Stadt ist die „Öko-Burg“ (1985) von Friedensreich Hundertwasser (Löwengasse, 3. Bezirk), die mit einer sehr eigenwilligen, märchenhaften Fassade mit Türmchen und Erkern allüberall aus dem üblichen Rahmen fällt. Im Durchgang zum Hof weist übrigens eine Metalltafel darauf hin, daß das Haus von der Stadt finanziert wurde. Solchen Tafeln werden Sie häufig erblicken, denn Wien fördert nicht nur den Wohnungsbau, sondern ist auch Eigentümer. Dabei kann sich Wien - wie oben erwähnt - auf eine aufsehenerregende Bautradition berufen; erstmalig wurde auf die große Wohnungsnot der Arbeiterschaft reagiert und wurden zu bezahlbaren Mieten Wohnungen mit guter Belichtung und Belüftung sowie Sanitärausstattung bereitgestellt. Wichtige soziale Infrastruktureinrichtungen, wie Kindergärten und Waschhäuser, wurden gleichzeitig mit dem Bau der Höfe in deren Innern verwirklicht und förderten das Gemeinschaftsleben. Zu den bekanntesten zählen neben dem bereits erwähnten „Karl-Marx-Hof“ (Heiligenstädter Straße, im Norden am Bahnhof Wien-Heiligenstadt), der „George-Washington-Hof“ (Untere-Meidlinger-Straße, im Südwesten nahe dem S-Bahnhof Wien-Meidling) und der „Karl-Seitz-Hof“ (Jedleseer Straße, nördlich der Donau in Floridsdorf).

Wenn Sie genug gesehen haben und einfach nur Ruhe und Erholung suchen, können Sie z.B. der Donauinsel einen Besuch abstatten, von der sie erst einen Teil auf der Herfahrt gesehen haben. Das künstlich angelegte Naherholungsgebiet teilt die Donau von der Neuen Donau, die der Regulierung der alljährlichen Hochwasser dient. Schon im 19. Jh. wurde die Donau einer ersten Korrektur unterzogen, und es entstand als Abfallprodukt dieser Begradigung die Alte Donau. Den damit verbundenen Verlust der verästelten Seitenarme, Auwälder und Auwiesen versuchte die Stadtregierung mit der Anlage zahlreicher Strandbäder an der Alten Donau auszugleichen - damit war zumindest den Zweibeinern Genüge getan, ursprüngliche Fauna und Flora blieb hingegen auf der Strecke.

Der Suche nach einem Auwald kann aber auch Erfolg beschieden sein, denn etwas weiter südöstlich liegt die Lobau. Über die Donauinsel bzw. die linke Uferstraße erschließt ab dem Gasthaus „Roter Hiasl“ ein umfangreiches Wegenetz diesen Auwald mit seinen zahlreichen Altarmen. So nebenbei streifen Sie dort übrigens Napoleons Hauptquartier von 1809, dessen Soldaten sich unweit nördlich beim Dorf Aspern eine Schlacht mit dem Österreichischen Herr lieferten. An den Gewässern aalen sich heute aber eher Anhänger des Nudismus, die damit einer Tradition der 20er Jahre folgen. Damals etablierte sich hier eine Nackt-Bade-Kultur, um sich gegen die seinerzeitige Körperfeindlichkeit zur Wehr zu setzen.

Donauradweg, Wien Tourist-Info Wien, Albertinaplatz / Maysedergasse, Verwaltung: Obere Augartenstraße 40, 1020 Wien, Fon 01 / 21114-0, Fax 01 / 2168492, E-Mail info@wien.info, Internet www.wien.info. Fotos: Wien Tourismus, Maxum, Popp & Hackner, Gredler-Oxenbauer.

Hotel-Pension Bleckmann, Wien, Donau-Radweg Hotel-Pension Bleckmann***: Familienbetrieb in ausgezeichneter zentraler Lage. Alle Zimmer mit Du/WC, Tel., Internet, SAT-TV. Ruhige Zimmer in schönem Altwiener Gründerzeit-Gebäude. Gesamte Innenstadt mit z.B. Ringstraße, Universität, Rathaus, Stephansdom, Hofburg u.a.m. direkt vor der Haustür.

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